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Von der Bauzone zur Plafonierung

Die Gemeindeautonomie in der Schweiz ist im internationalen Vergleich sehr gross. Das betrifft auch die Raumplanung. Deshalb erstaunt es nicht, dass viele Gemeinden primär lokale Bedürfnisse befriedigen, statt sich einer regionalen Struktur unterzuordnen. An vielen Orten entstand für die überbaubaren Gebiete ein Mix aus Kernzone, Einfamilienhauszone, Mehrfamilienhauszone, Gewerbezone und vielleicht sogar Industriezone. Jede Gemeinde wollte sich ein breit gefächertes Entwicklungspotenzial sichern. Oft waren die Kantone gezwungen, die kommunalen Vorgaben für die kantonale Richtplanung zu übernehmen. Aber auch die kantonalen Behörden, Regierungen sowie der Bund haben eigene raumplanerische Vorstellungen, und so wurden die Bauzonen für öffentliche Bauten und Anlagen wie Kantonsschulen oder Militäranlagen zusätzlich noch vergrössert.

Revision Raumplanungsgesetz 2013

Durch die zahlreichen Partikularinteressen und die grosse Gemeindeautonomie verfügt die Schweiz gesamthaft über zu grosse Baulandreserven. Diese sind allerdings nicht gleichmässig über die gesamte Schweiz verteilt. In den meisten Agglomerationen herrscht ein Mangel an Bauland, in vielen ländlichen Gebieten dagegen ein grosses Überangebot. Gerade das Überangebot kann dazu verleiten, die Landschaft weiter zu zersiedeln. 2013 kam es deshalb zu einer Volksabstimmung über eine Revision des Raumplanungsgesetzes. Die vom Volk gutgeheissene Revision sieht vor, dass

Grundsätze

  • die Bauzonen auf den Bedarf von 15 Jahren zu begrenzen sind
  • Bauland nicht mehr gehortet, sondern im Bedarfsfall von der öffentlichen Hand aktiviert werden kann
  • Einzonungen mit einer Mehrwertabgabe von 20% belastet werden können; Geld, das für Auszonungen zur Verfügung gestellt wird

Zusammenfassung

Die Raumplanung in der Schweiz wird zwischen dem Bund, den Kantonen und den Gemeinden aufgeteilt. Eine wichtige Aufgabe der Raumplanung ist die Unterscheidung zwischen Baugebiet und Flächen, die nicht überbaut werden dürfen. In den Boomjahren der Hochkonjunktur wurde oft konzeptlos Bauland erschlossen. Diese Fehler gilt es heute zu korrigieren.

(Auszug nach: Wirtschaft, Umwelt und Raum (2014), Compendio Bildungsmedien, Zürich. ISBN: 978-3-7155-9941-0)