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Eine Münze erzählt die Dorfgeschichte

 Die Milchgenossenschaft Stüsslingen

Die Milchgenossenschaften entstanden im frühen 20. Jahrhundert in zahlreichen Dörfern der Schweiz, so auch in Stüsslingen. Ihr Ziel war es, die von den Bauern gelieferte Milch gemeinsam zu sammeln, zu verwenden und bestmöglich zu vermarkten. Damit die Abrechnung fuktionierte, erhielt jeder Bauer für die gelieferte Menge eine Milchmarke als Quittung. Am Monatsende wurden die Marken eingesammelt, gezählt und in bares Geld umgerechnet. So sicherte die kleine Metallmarke nicht nur den Lohn der Bauern, sondern auch das Vertrauen in das gemeinsame Wirtschaften.

Symbol für Zusammenhalt

Die Marke aus Stüsslingen ist ein Relikt dieser Zeit. Sie zeigt, wie eng das Dorfleben mit der Landwirtschaft verbunden war. Hinter jeder Münze steckt die Geschichte einer Kuh, die gemolken wurde, eines Bauern, der frühmorgens den Weg zur Sammelstelle auf sich nahm, und einer Gemeinschaft, die nur gemeinsam bestehen konnte. Über neun Jahrzehnte lang, von der Gründung 1925 bis zur Auflösung 2017, prägte die Milchgenossenschaft Stüssslingen das wirtschaftliche und soziale Leben im Dorf. Die Marke steht heute sinnbildlich für diesen Abschnitt der Regionalgeschichte.

Ein Stück Vergangenheit in der Hand

Wer die Münze in den Händen hält, spürt den Hauch einer vergangener Epoche. Als die Dörfer noch ihre eigenen Genossenschaften hatten, als Milch noch nicht von Tanklastwagen direkt in grosse Zentrallager gefahren wurde, sondern als wertvolles Gut, das täglich neu erfasst, verrechnet und fair aufgeteilt werden musste.

Die Milchgenossenschaft Stüsslingen ist längst Geschichte doch ihre Marke bleibt. Sie erinnert uns daran, dass Zusammenhalt und Vertrauen die Grundlage einer lebendigen Gemeinschaft waren.

 

Recherchiert durch Alessia Zannino, Lernende auf der Gemeinde

 

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